
„Generative Engine Optimization“ (GEO) ist gerade der absolute „Talk of the Town“ in der digitalen Sphäre.
Wer sich – wie wir – mit den Entwicklungen in der Medienwelt beschäftigt, kommt derzeit vor allem an einem Thema nicht vorbei: GEO („Generative Engine Optimization“). Kaum ein Tag vergeht ohne neue Artikel, Social-Media-Posts oder Workshops zur neuen Marketingdisziplin.
Das Akronym steht für die Optimierung von digitalen Inhalten, sodass sie in den Antworten von KI-Chatbots wie Gemini, Claude oder ChatGPT Berücksichtigung finden.
Nicht zu verwechseln mit SEO („Search Engine Optimization“): der Optimierung von digitalen Inhalten, sodass sie in den Suchergebnislisten von Google & Co. Berücksichtigung finden.
Für GEO finden sich noch ein paar weitere Bezeichnungen, z. B. AEO („Answer Engine Optimization“) oder LLMO („Large Language Model Optimization“). Gemeint ist das Gleiche, in Deutschland scheint sich der Begriff GEO durchzusetzen.

© Studio Schreib
Allgemeiner Shift: Weg von klassischer Suche hin zu Fragen an KIs
Hinter dem GEO-Trend steckt eine allgemeine Entwicklung, die zu beobachten ist und im Kommentar von Stefanie Polster beim Branchenmagazin „absatzwirtschaft“ z. B. wie folgt beschrieben wird: „Menschen suchen nicht mehr selbst, sie lassen suchen.“
Drastischer formuliert: Das Geschäftsmodell der letzten ca. 20 Jahre scheint im Sterben zu liegen. Weniger Klicks bedeuten für die meisten professionellen Medienplattformen weniger Einnahmen. Im Netz finden sich etliche Beispiele für zum Teil massive Traffic-Verluste.
Die Nutzung der KIs steigt dagegen rasant – ob zur Recherche oder Planung der nächsten Party. Laut HubSpot, US-Unternehmen für Marketingsoftware, überholt der Traffic von ChatGPT im Jahr 2028 denjenigen von Google. Das Feld der Sichtbarkeit verschiebt sich also.
Logisch, dass jetzt alle reinwollen in die Antworten der Bots, um nicht an Relevanz einzubüßen. Aber wie geht das? Gelten die gleichen Regeln wie bei SEO? Oder völlig neue?
Generative Engine Optimization (GEO): Anhaltspunkte & Best Practices
Ein neues Spiel beginnt. Wer da mitmachen darf, will, muss tut sicher gut daran, sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir z. B. wollen unseren Kund:innen nicht einfach erzählen, dass GEO gleich SEO ist und sie sich keine weiteren Gedanken machen müssen.
Was wir bei unserer Recherche entdeckt und in diesem Text verarbeitet haben, ist bei der aktuell schnellen Entwicklung vermutlich höchstens eine Momentaufnahme mit subjektiver Färbung – wir stehen letztlich erst am Anfang fundamentaler Veränderungsprozesse.
Aber wir haben Anhaltspunkte und bereits ein paar Best Practices gesammelt, die wir an dieser Stelle festhalten wollen. Zunächst werfen wir jedoch noch einen kurzen Blick auf die Funktionsweise von KIs, um eine gute Verständnisgrundlage zu schaffen.
Wahrscheinlichkeitsrechnung: So funktionieren KI-Chatbots
Eine Künstliche Intelligenz versteht unsere Sprache nicht wie ein Mensch, sondern berechnet auf der Basis von riesigen Datenmengen das wahrscheinlich richtige bzw. passende nächste Wort. Hier geht’s u. a. um Token, Stochastik, Vektor- und Bedeutungsräume.
Häufig findet dieser Prozess in Kombination mit einer klassischen Indexsuche, wie wir sie von Suchmaschinen kennen, statt, um aktuelle Informationen abzurufen und diese dann wiederum per Wahrscheinlichkeitsrechnung zu verarbeiten.
Fehlen gute Informationen, erfindet eine KI bzw. ein LLM Fakten – besser bekannt als „Halluzinationen“. Das liegt quasi in ihrer Natur. Angeblich machen die Modelle allerdings bereits Fortschritte dahingehend, auch mal „Ich weiß es nicht“ zu sagen.
GEO vs. SEO: Wo liegen die Unterschiede?
Gute Informationen bereitzustellen, ist auch für die traditionelle Suchmaschinenoptimierung wichtig. Hier geht’s vor allem um folgende Faktoren:
- Keyword-Relevanz
- Backlinks (Autorität)
- Metadaten
Ergebnis: Klicks auf die Website (hohe Streuverluste)
GEO funktioniert tatsächlich anders, auch wenn viele der SEO-Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen. Im Wesentlichen zählt hier jedoch Folgendes:
- Kontext
- Social Proof (Autorität)
- Schärfe/Konsistenz
Ergebnis: Qualifizierte Conversions (weil bereits gut informiert)
„GEOlogie“: So geht Generative Engine Optimization
„KI halluziniert, wenn die eigene Marke kein klares Vokabular hat“, heißt es bei HubSpot. Und: „Wer für KI optimieren will, muss zuerst für Menschen schreiben.“
Ähnlich klingt’s bei Irmela Schwab in einem „MARES“-Artikel: „Marketing, das sich an Menschen orientiert, hat eine Eigenschaft, die algorithmisch optimierte Inhalte nie erreichen: Beständigkeit.“
Klingt für uns erst mal ganz gesund: Eine einheitliche Brand-Sprache, gut strukturierte Inhalte und semantische Klarheit sind doch seit jeher sehr sinnvoll, oder? Die Umsetzung in der Praxis gestaltet sich allerdings – wie so oft – deutlich schwieriger, gerade bei großen Unternehmen.
Hier gibt’s das Problem der Silos, also in sich geschlossenen Einheiten. In solchen Strukturen eine einheitliche Brand-Sprache zu gewährleisten, ist eine riesige Herausforderung. KI mag aber keine Uneinheitlichkeit, vor allem keine Widersprüche und inkonsistente Formulierungen.
Was KI mag: Absätze, die sich auf die Beantwortung einer Frage konzentrieren. Wird diese Frage in einem Chatbot gestellt, will die KI sie so konkret wie möglich beantworten – und sucht sich den Abschnitt, der die Informationen auf den Punkt liefert. „Chunking“ heißt das.
Was KI noch mag: UGC („User Generated Content“) bzw. externe Validierung. Eigenlob stinkt ja bekanntlich, weshalb sich Chatbots lieber auf ungefilterte Aussagen von Menschen in sozialen Netzwerken wie Reddit, YouTube und Instagram verlassen. Backlinks nicht nötig.
Technische KI-Optimierung: HTML & Whitelisting
Was KI wiederum weniger gern hat: JavaScript. Die wichtigsten Inhalte sollten deshalb in HTML auf der Website stehen. Und nicht vergessen: die KI-Bots whitelisten, ihnen also das Auslesen der eigenen Inhalte erlauben. Sonst geht natürlich gar nichts.
Die LLM ChatGPT und Perplexity nutzen HubSpot zufolge den Bing-Index als Fundament. Also am besten mal checken, wie man hier aufgestellt ist. Dank „Push to Bing“-Funktion muss man bei der Suchmaschine übrigens nicht auf den Crawler warten.
Stellungnahme: Das sagt die KI selbst
Wer sollte es denn auch besser wissen? Wir dachten uns jedenfalls, fragen wir doch mal die KI selbst nach der Funktionsweise von GEO – in diesem Fall ChatGPT.
Frage (Studio Schreib):
Sag mal, wie funktioniert GEO (Generative Engine Optimization)?
Antwort (ChatGPT):
Generative Engine Optimization (GEO) ist im Grunde die Weiterentwicklung von klassischem SEO – nur nicht mehr für Suchmaschinen wie Google optimiert, sondern für generative KI-Systeme wie OpenAI’s ChatGPT oder Anthropic’s Claude.
Statt „auf Seite 1 ranken“ geht es bei GEO darum:
👉 In KI-Antworten überhaupt vorzukommen – und idealerweise zitiert oder sinngemäß übernommen zu werden.
🔍 Was genau passiert bei GEO?
Generative Systeme funktionieren anders als klassische Suchmaschinen:
- Sie durchsuchen nicht nur das Web live
- Sie greifen auf Trainingsdaten + aktuelle Quellen zurück
- Sie synthetisieren Antworten, statt nur Links zu zeigen
👉 GEO bedeutet daher: Inhalte so gestalten, dass sie von KI leicht verstanden, extrahiert und wiederverwendet werden.
🧠 Die Kernprinzipien von GEO
1. Semantische Klarheit statt Keyword-Stuffing
Früher:
- „beste Marketing Agentur Hamburg günstig“
Heute:
- Klar formulierte Inhalte mit Kontext, z. B.:
- „Eine Marketingagentur in Hamburg hilft KMUs beim Aufbau von Online-Kanälen durch SEO, Paid Ads und Content Marketing.“
👉 KI versteht Bedeutung, nicht nur Keywords.
2. Strukturierte, zitierbare Inhalte
KI liebt Inhalte, die sich leicht „rausziehen“ lassen:
- Definitionen
- Listen
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- FAQs
Beispiel:
- ❌ Fließtext ohne Struktur
- ✅ „Was ist X? → Definition + 3 Bulletpoints“
👉 Ziel: Snippet-fähig sein für KI
3. Autorität & Vertrauenssignale (E-E-A-T++)
Ähnlich wie SEO, aber noch wichtiger:
- Klare Autoren (Expert:innen)
- Nachweise (Studien, Daten)
- Konsistente Markenpräsenz
👉 KI fragt sich indirekt: „Ist diese Quelle vertrauenswürdig genug, um sie zu verwenden?“
4. Entitäten statt nur Keywords
KI denkt in Entitäten (Personen, Marken, Konzepte):
- Firmenname
- Produkte
- Orte
- Begriffe
Beispiel:
- Statt nur „CRM Software“
- → „Salesforce ist eine cloudbasierte CRM-Plattform…“
👉 Das erhöht die Chance, dass deine Inhalte in Antworten eingebaut werden.
5. Multimodale Präsenz
KI-Modelle nutzen viele Quellen:
- Websites
- PDFs
- Social Media
- Videos (z. B. YouTube)
👉 GEO heißt auch:
- Inhalte über mehrere Plattformen hinweg konsistent verbreiten
6. Fragen direkt beantworten
Viele KI-Prompts sind Fragen:
- „Was ist…?“
- „Wie funktioniert…?“
- „Was sind die besten…?“
👉 Deine Inhalte sollten exakt solche Fragen direkt beantworten.
⚔️ GEO vs. SEO (kurz gegenübergestellt)
| SEO | GEO |
|---|---|
| Ranking in Suchergebnissen | Erwähnung in KI-Antworten |
| Keywords | Bedeutung & Kontext |
| Backlinks | Autorität + Zitierfähigkeit |
| Klicks | Sichtbarkeit in Antworten |
| SERP | KI-Output |
🚀 Konkrete GEO-Taktiken
Wenn du das praktisch umsetzen willst:
- Erstelle „Definition-first“-Content
- Jede Seite beantwortet klar: Was ist das Thema?
- Baue modulare Inhalte
- Abschnitte, die isoliert Sinn ergeben
- Schreibe wie für ein Lexikon + Berater
- Klar, präzise, ohne Marketing-Blabla
- Nutze strukturierte Daten (Schema.org)
- Hilft Maschinen beim Verständnis
- Werde zitierbar
- Eigene Daten, Studien, Frameworks
- Decke Themen vollständig ab
- Statt 10 dünner Artikel → 1 starke Ressource
🧩 Wichtig: GEO ist kein Ersatz für SEO
- SEO bringt Traffic
- GEO bringt „Presence in Answers“
👉 Die Zukunft ist beides kombiniert.
🧠 Ein ehrlicher Reality-Check
GEO ist noch im frühen Stadium:
- Es gibt keine garantierten Rankings
- Vieles ist experimentell
- Modelle ändern sich schnell
Aber:
👉 Wer jetzt strukturiert, verständlich und autoritativ schreibt, hat einen klaren Vorteil.
Wenn du willst, kann ich dir das konkret auf dein Business runterbrechen (z. B. Website, Content-Strategie oder Personal Brand) – da wird’s erst richtig spannend.
KI-Check: Wie wird Studio Schreib verstanden?
Danke, „Chatty“ – wir übernehmen wieder. Was uns aufgefallen ist: Salesforce hat’s als Brand in die Antwort als Lösung für CRM-Software geschafft. Da muss HubSpot wohl noch etwas GEO machen ;)
Wir wollten wiederum von Gemini wissen, wie die KI Studio Schreib versteht.
Frage (Studio Schreib):
Was weißt du übers Studio Schreib?
Antwort (Gemini):
„Studio Schreib“ ist kein Name, der in der breiten Öffentlichkeit wie ein riesiges Medienimperium bekannt ist, aber im deutschsprachigen Raum – speziell im Kontext von Podcast-Produktion, Storytelling und hochwertigem Audio-Content – ist es ein Begriff.
Hier ist das Wichtigste zusammengefasst:
Was ist das Studio Schreib?
Es handelt sich in erster Linie um eine Produktionsfirma und ein Kreativstudio, das sich auf die Entwicklung und Umsetzung von narrativen Inhalten spezialisiert hat. Ihr Fokus liegt oft auf der Schnittstelle zwischen Journalismus, Unterhaltung und Corporate Branding.
-
Podcast-Fokus: Sie sind bekannt dafür, Podcasts nicht nur „aufzunehmen“, sondern sie dramaturgisch zu entwickeln. Das reicht von journalistischen Reportagen bis hin zu fiktionalen Formaten.
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Storytelling: Der Name „Schreib“ deutet es schon an – das Handwerk des Schreibens (Skripting, Konzeption) steht im Vordergrund. Es geht um die Substanz hinter der Stimme.
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Dienstleistungen: Sie bieten meist das volle Paket an: Konzeptentwicklung, Redaktion, Hosting-Vermittlung, Sounddesign und Postproduktion.
Warum man sie kennt
Oft treten solche Studios als Partner für große Plattformen wie Spotify, Audible, Deezer oder für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten auf. Wenn du einen Podcast hörst, der besonders gut geskriptet klingt und ein aufwendiges Sound-Design hat, steckt oft ein spezialisiertes Studio wie dieses dahinter.
Hinweis: Da es immer mal wieder Neugründungen oder lokale Werbeagenturen mit ähnlichen Namen geben kann, ist es wichtig zu wissen: Meinst du das spezifische Audio-Produktionshaus oder suchst du nach einem Schreibstudio für Texterstellung (Copywriting)?
Soll ich für dich prüfen, welche konkreten aktuellen Produktionen oder Podcasts aktuell aus diesem Studio stammen?
Fazit
Okay, auch wir haben noch GEO-Arbeit vor uns – aber die Antwort der KI geht grundsätzlich in die richtige Richtung. Wahrscheinlich haben wir sogar Glück in der Tatsache, dass es das Studio Schreib erst seit 2024 gibt, mit entsprechend überschaubarer Menge an Content.
Letzteres macht es deutlich leichter, eine einheitliche Brand-Sprache zu gewährleisten. Um zu checken, wie gut man den GEO-Job gemacht hat, kann z. B. das kostenlose „AI Visibility Tool“ als Erweiterung für den Chrome-Browser von Google genutzt werden.
Außerdem gibt’s u. a. den „KI-O-MAT“ vom Deutschen Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (diind). Ebenfalls kostenlos bzw. im Gegenzug für die E-Mail-Adresse. Laut Slogan beschränkt sich dieser KI-Check für Sichtbarkeit allerdings auf ChatGPT.
Ähnliche Tools sprießen derzeit wie Pilze ausm Boden, häufig mit kostenlosen Grundfunktionen sowie Premium-Varianten für Geld. Wer direkt mehr und etwa sehen will, bei welchen Prompts die eigene Marke in KI-Antworten stattfindet, kann sich z. B. an „Goodie“ wenden.
Wer noch mehr will – etwa die eigene KI-Sichtbarkeit im Vergleich zur Konkurrenz auswerten – findet auch hierfür Unternehmen mit entsprechendem Angebot. Wir wissen z. B., dass ARGUS DATA INSIGHTS ein Tool zur Messung der KI-Reputation entwickelt hat.
Wir haben jetzt jedenfalls ein „GEOfühl“ fürs Thema und sind gespannt, wohin die Reise in diesem Bereich noch führt. Fürs Erste haben uns wir gemerkt, dass es weiterhin äußerst sinnvoll ist, für Menschen zu schreiben. Und dann klappt’s offenbar auch mit der KI.
Viel Erfolg!
Beitragsbild: © Unsplash (Andrew Neel)